Planung Reise USA / Kanada / Mexiko
Eine so lange Reise mit so viel Vorbereitung hatten wir bisher noch nie durchgeführt. Dadurch wurde die Vorfreude auf das Abenteuer schon im Vorfeld immer größer. Je mehr Literatur gelesen und die wunderbaren Fotos und Bilder angeschaut, desto angespannter wurden wir.
Für unsere Reise nehmen wir uns 6 Monate Zeit. 6 Monate ohne Arbeit, Verpflichtungen und Termine. Einfach nur die Zeit zusammen mit den Kindern genießen, wunderbare Städte und spektakuläre Naturparks erleben und viele nette Menschen und Kulturen kennen lernen.
Natürlich standen auf unsere Reise die ganz großen Highlights an, wie zum Beispiel New York, Niagara Falls, Grand Canyon oder Los Angeles. Aber auch die eher unbekannten Naturparks und Seen wie Badlands, den Säulengatten am Crowley Lake oder die bizarren Kalkablagerungen im Mono Lake wollten wir nicht verpassen. Einen Sternenhimel bei absluter Dunkelheit zu betrachten wird bestimmt auch magisch schön. Desweiteren wollen wir für eine Woche nach Hawaii fliegen und zum Abschluss eine Kreuzfahrt nach Mexiko machen.
Um die Reise überhaupt starten zu können müssen wir natürlich auch einige Vorbereitungen treffen:
1. Wie wollen wir Reisen?
2. Was machen wir mit der Schule für unsere schulpflichtigen Kinder
3.. Abmeldung aus Deutschland - Was nun
Welche zusätzlichen Versicherungen müssen wir erledigen
Sind wir noch Kindergeld berechtig
4. Beantragung der Visa
5. Welche Reiseroute wollen wir wählen um möglichst viel sehen zu können, aber nicht im Stress ausarten?
6. Lesen von anderen Reise-Blogs und Literatur
7. Wie viel Gepäck wird wirklich benötigt
8. Familienregeln bei Konfliktpotential aufstellen
1. Wie wollen wir Reisen
Diese Frage stellte sich für uns fast gar nicht. Mit einer 6 köpfigen Reisegruppe ist es am stressfreisten in einem Wohnmobil zu Reisen.
Einige große Vorteile hat ein Wohnmobil für uns: wir müssen nicht ständig aus dem Koffer leben und das Gepäck neu sortieren und zum anderen können wir frei Kochen und Lebensmittel einkaufen und Lagern wie und wann wir möchten. Außerdem müssen wir uns nicht an jedem Zielort nach einer Unterkunft Ausschau halten. Wir hoffen natürlich, das wir mit dem Wohnmobil unterwegs auch ab und zu einfach in der Natur stehen können.
Natürlich wird es auch Nachteile geben. In den Großstädten sind wir nicht flexibel und sind am örtlichen Nahverkehr gebunden (der nicht in jeder Großstadt gut sein soll) und zweitens ist der Spritverbrauch viel höher.
Es gibt sicherlich noch mehr Punkte auf beiden Seiten zu erwähnen, aber die müssen wir selbst auf unserer Reise herausfinden oder sie sind uns derzeit nicht wichtig. Schließlich sind wir ja Camping erfahren.
2. Was machen wir mit unseren schulpflichtigen Kindern
Zwei unserer mitfahrenden Kindern unterliegen während der Reise noch der Schulpflicht. Für uns als Eltern ist die Schule wichtig, aber nicht das wichtigste im Leben. Wir können gut damit Leben das unsere Kinder mit uns zusammen den Unterrichtsstoff durchgehen bzw. auch eine Schulklasse wiederholen. Das was die Kinder auf einer langen Reise lernen, ist viel kostbarer und wertvoller und wird sie ein Leben lanf begleiten. Daher ist für uns das Problem Schulpflicht nur ein Punkt der geregel werden muss.
Zuerst haben wir die Schulen unserer Kinder informiert. Da solche Reisen mit schulpflichtigen Kindern selten gemacht werden, konnte uns da nur teilweise geholfen werden. Die meisten Informationen bekamen wir beim Schulamt ( wobei jede Schulart sein eigenes Schulamt bzw. Magistratsamt besitzt). Das eigentliche Problem bestand darin, das wir keine Schule als Ansprechpartner im Ausland haben. Da wir die ganze Zeit unterwegs sein werden, können wir uns nicht an einer Schule fest anmelden. Daher wurde uns geraten den festen Wohnsitz in Deutschland für den Reisezeitraum aufzugeben. Damit umgehen wir der allgemeinen Schulpflicht in Deutschland.
3. Abmeldung aus Deutschland - was nun
Das aufgeben des festen Wohnsitzes soll laut Bürgeramt ziemlich einfach sein. 7 Tage vor Reiseantritt ist eine Abmeldung möglich. Es wird nur der Personalausweis aller Personen und ein entsprechendes Formular benötigt. Wir sind gespannt ob das wirklich so reibungslos klappt.
Desweiteren sind wir auf unserer Reise nicht mehr Krankenversichert. Die meisten Krankenversicherungsangebote unterliegen dem festen Wohnwitz. Nur eine Versicherung nimmt auch Personen auf, die zeitweise nicht fest in Deutschland wohnen. Die Hanse Merkur rechnet in ihren Beiträgen tagegenau die Versicherungsbeiträge aus. Wichtig ist nur, das der Abschluss vor der Kündigung des festen Wohnsitzes eingereicht wird.
Nun stellt sich für uns noch die Frage, ob wir Kindergeldberechtigt sind.
Ja, sind wir. Da mein Mann noch ein festes Gehalt bezieht, Steuern und Abgaben bezahlt, mussten wir einen dicken Packen Anträge ausfüllen. Der wichtigste Punkt war das Ummelden des Kindergeldberecjtigten. Das bin nun nicht mehr ich, sondern er. Was ja egal war, das Geld kommt aufs gleiche Konto.
4. Beantragung der Visa
Jeder der schon mal ein Visum beantragt hat, weiß wie Nervenzerrend die Anträge sind. Erst recht wenn man 6 verschiedene Ausfüllen durfte, da jede Person eine andere Grundvorraussetzung mit sich bringt. Wir hatten aber auch viel Spaß beim Ausfüllen, da einige Fragen uns sehr zum Schmunzeln gebracht haben. Wichtig: Schreibt euch für jedes einzelne Visum die Vergabe-Nummer (ID Number) auf, die wurden manchmal noch gebraucht.
Die Anlaufstelle zur Visavergabe (bei uns München) fand ich als sehr mühsam zu finden. Einfach so in eine Suchmaschine eingeben, hatte keinen Erfolg. Erst über mehrere Ecken (auf amerikanischen Seiten) kam ich auf die entsprechende Webseite, aber dann ging es ziemlich schnell. Ein paar Daten eingeben und schon bekam man seinen Termin, der aber auch schon mal 8 Wochen in der Zukunft liegen kann (wobei das eher an unserer gr0ßen Gruppe lag und wir unbedingt einen Schulferientag zum Anreisen nach München brauchten)
5. Welche Reiseroute wollen wir wählen um möglichst viel sehen zu können, aber nicht im Stress ausarten?
6 Monate - ewige Zeit? Das dachten wir am Anfang auch. Doch dann kamen soooo viele schöne Ideen und Möglichkeiten und wir mussten uns mehr Gedanken machen, als wir dachten. Unsere erste Überlegung war natürlich: wo starten und endet die Reise. Dafür war für uns die Westküste Amerikas favorisiert. Los Angeles, San Francisco oder Denver waren unsere ersten Anfangsziele. Bis zu dem Zeitpunkt wo wir parallel das Wohnmobil suchten. Ja, und die Suche war sehr interessant.
Wir haben uns für den Wohnmobilverleiher Road Bear entschieden. Er soll zwar etwas teurer sein, dafür gibt es aber auch neuere Modelle und einige Servicestellen unterwegs. Die erste Überraschung beim Finden unseres Anfangsstartpunkt war, das es nur sehr sehr wenig Standorte gab, wo wir ein Wohnmobil ununterbrochen für 6 Monate leihen konnten. Es gab auch kein gleiches Anfangs- und Endziel. Denver wäre als Möglichkeit auf der Liste gewesen, doch plötzlich wollten wir gar nicht mehr dort starten. Nach einigem Ausprobieren der Anfangs- und Endziele haben wir unsere Entscheidung getroffen.
Wir starten unsere Reise in New York und geben das Wohnmobil in Los Angeles wieder ab. Damit waren alle in der Familie einverstanden. Road Bear hatte auch keine Einwände gehabt, das wir das Wohnmobil 6 Monate am Stück und ohne Zwischenabgabe ausleihen wollten. Somit konnte der Reiseverlauf geplant werden. Überhaupt ist der Service bei campers Day bisher sehr gut gewesen. Bei Fragen oder Änderungen des Vertrages wird alles schnell per Mail oder am Telefon beantwortet und erklärt. Egal wie oft. (Unser Vertrag wurde insgesamt 3x von unserer Seite verändert)
Die Route⁰
Der Hinflug nach New York war dann auch schnell gebucht. Da man mindestens 24 Stunden im Land sein muss, ehe man sein Wohnmobil bekommt, hieß es erstmal Sightseeing und Zeitumstellung in der quirligsten Stadt Amerikas. Das passt uns ganz gut, so dass wir 4 Tage dort bleiben werden, ehe wir uns nach Washington und dann zu den Niagara Falls (auf kanadischer Seite) aufmachen. Von dort aus geht es über eine sehr lange Autofahrt in Richtung Yellowstone, Calgary, Jasper und Vencouver. Unterwegs sind viele Highlights eingebaut, die ihr dann im Blog "Unsere Reise durch Ameriak, Kanada und Mexiko" nachlesen könnt.
Weiter geht es dann in Richtung Salt Lake City. Von hier aus starten wir in die unzähligen Canyons und Nationalparks. Wir haben bisher nur ein fest gebuchtes Ziel. Im Oktober möchten wir in den Antelope-Canyon und seine atemberaubendes Felsformationen bestaunen.
Ein wenig Zeit in den Großmetropolen San Francisco, Los Angeles, Las Vegas und San Diego verbringen wir selbstverständlich auch.
Im Dezember, kurz vor Weihnachten, geht es für eine Woche nach Hawaii auf Big Island. Leider hätten zwei verschiedene Inselbesuche unsere Reisekasse zu sehr beansprucht.
Die letzten Wochen werden wir ziemlich nah an der mexikanischen Grenze in Richtung Osten fahren, um dort Tropfsteinhöhlen oder die White Sands zu besuchen. Unser östliches Reiseziel wird Carlsbad Caverne sein.
Am Ende unsere Wohnmobilrundtour geht es auf ein amerikanisches Kreuzfahrtschiff und wir starten von Los Angeles nach Mexiko.
6. Lesen von anderen Reise-Blogs und Literatur
Bevor wir die einzelnen Punkte unserer Route zusammen stellen konnten, hatten wir viele Reiseblogs und Bücher gewälzt. Man kann sich in der Fülle von Informationen schnell verlieren. Daher ist es sinnvoll sich einiges zu notieren oder abzuspeichern.
Die Recherchen im Internet sind in vielerlei Hinsicht am Interessantesten, weil man dort gezielt nach Informationen suchen kann. Zum einen interessiert uns wie andere Familien sich auf lange Reisen vorbereiten oder welche Routen sie gezielt in den USA gewählt haben. Ein weiteres spannendes Detail war das Anschauen von Fotos. Nicht nur das Bild an sich hatte und interessiert sondern auch mit welchen Möglichkeiten fotografiert wurde. Somit würde die Reiserecherche auch ein wenig zu einer "wie bekommt man ein gutes Foto" Recherche.
Es gab auch aber sehr lesenwertes Blogs, die von Naturfreunde geschrieben werden, die keine Kinder mit auf Reisen haben. Bei manchen bekommt man geizelt Informationen über Wanderwege, Campingplätzen oder dem Klima. Mit einem Blog-Schreiber gab es auch einen regen Austausch über bestimmte Ziele und ob wir mit unseren Möglichkeiten überhaupt eine Chance haben, dort hin zu gelangen. Es ist immer wieder nett, wenn sich die Leute auf deine Fragen / Probleme melden.
Bei der reinen Literaturrecherche wurde ich am Anfang immer von den Fotos insperiert. Danach wird geschaut, ob die eventuellen Ausflugsorte auf unserer Route liegen. Da wir weniger die Städte besuchen werden, war es wichtig Literatur zu finden, die nicht nur die bekannten Nationalparks im Vordergrund stellen, sondern auch mal abseits des Tourismuses markante Naturerlebnisse aufweisen.
Drei Bücher aus meiner Literatur-Recherche möchte ich hier auflisten, weil sie für uns die besten Informationen botten und sie Themen sehr übersichtlich dargstellten.



7. Wie viel Gepäck wird benötigt
Das ist eine spannende Frage und nur für uns selbst beantwortbar. Jede Person / Familie wird sicher andere Dinge mit auf Reisen nehmen werden und schauen müssen, was verzichtbar ist. Wir hatten schon beim Buchen der Koffer beschlossen, mit sehr wenig Gepäck zu fliegen. Was hieß das kongret? Jedes Familienmitglied bekam ein Handgepäckrucksack. Zudem wurde 1 Koffer dazugebucht. Das wars auch schon.
Es gibt Gründe warum wir beschlossen nicht mehr mit zunehmen.
1. Viel Gepäck heißt viel Schleppen zum Flughafen (wir reisen mit der Bahn an) und vom Flughafen zu den Unterkünften. Die ersten Tage sind wir in New York unterewegs und haben zwei Unterkünfte, ehe wir das Wohnmobil bekommen.
2. In jedem Urlaub werden Klamotten gekauft. Irgendwie muss man die Städte und Shoppinginteress bei so vielen unterschiedlichen Kindern hoch halten. Jedes Familienmitglied weiß wie viele T-Shirts, Pullover, Hosen in diesem Urlaub gekauft werden dürfen. Daher wurden diese Sachen anzahlmäßig erst gar nicht eingepackt.
3.Wer mit wenig Gepäck reist, nimmt auch nur das mit was auch wirklich benötigt wird. Jedes Teil wird dopplet überlegt.
Es gibt auch bei uns Dinge die wir von vornerein mitnehmen wollten. Spezielle Wärmeunterwäsche für kalte Nächte, Wanderhosen und Schuhe, Lieblingskuscheldecken der Kinder durften nicht fehlen. Aber auch Aufladegräte, diverse Taschenlampen, Taschenmesser, Kartenspiele oder staub- und wasserfeste Hüllen für Technikgeräte und Domumente gehörten dazu. Aber auch ganz spezielle Sachen die wahrscheinlich nur wir mitnehmen würden, wie z.B. ein Gärkörbchen für Brote wurde eingepackt.
Das Testpacken 3 Wochen vor dem Abflug verlief überraschend gut. Wir haben soweit alles verpackt was mit musste und durfte. 1 Koffer, 6 Rucksäcke und zwei mittelgroße Kopfkissenbezüge wo die Kuscheldecken verstaut waren, standen dann bereit. Nur die Schulunterlagen der Jüngsten fehlten noch. Die bekommen wir erst im Laufe der nächsten Wochen.
Und dannkam die große Überraschung. Beim einchecken der Sitzplätze stand plötzlich in der Buchung das wir im Handgepäck JEDER einen kleinen Koffer + Ruckack mitnehmen durfte. Vielleicht packen wir ja doch noch was ein, was jetzt zu Hause bleiben musste, zum Beispiel Handtücher oder Sandalen. Mal schauen. Bis jetzt sich noch kein Familienmitglied dazu geäußert.
Nun ist es soweit, es ist alles verpackt, was wir mitnehmen wollen. Unsere Klamotten und sonstige Sachen haben gut in den 6 Rucksäcken (Handgepäckgröße), 1 großer Koffer und 1 kleiner Handgepäckkoffer reingemacht. Die Kuscheldecken haben wir im zwei Kofkissenbezüge gelegt und unsere Jacken werden wir tragen (wobei wir gerade Draußen 30 °C haben).

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